Besuch des Generalbischofs der koptisch-orthodoxen Kirche Deutschland in St. Albertus

Herzlich Willkommen: Anba Damian, Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche Deutschlands

Am Samstag, 28. Oktober, wird Bischof Anba Damian Gast in unserer Gemeinde sein. Er ist u.a. für die Ökumene in Deutschland zuständig. Durch den persönlichen Kontakt von Uwe Schindera mit ihm wird dieser Besuch möglich. Bischof Anba Damian wird an der Vorabendmesse teilnehmen. Anschließend sind auf seinen Wunsch hin alle zusammen mit ihm, zu einem „schwäbischen Abendessen“ mit Maultaschen, Kartoffelsalat und Zwiebelkuchen eingeladen.

Danach wird Anba Damian den Anwesenden über die Entstehung, Entwicklung und die aktuelle Situation der koptischen Christ/innen in Ägypten berichten. Ziel dieses Abends ist es, nicht nur das uns vertraute Christentum zu sehen, sondern den Blick zu weiten und auch auf die christliche Minderheit im Orient zu lenken. Anba Damian spricht sehr gut Deutsch, denn er war über 10 Jahre lang im Großraum Stuttgart als Arzt in verschiedenen Krankenhäusern tätig. 1991 wurde er Mönch, 1993 zum Priester und zwei Jahre später zum Bischof geweiht. Wir freuen uns auf seinen Besuch und heißen ihn herzlich willkommen! Nähere Informationen zu Bischof Damian und die koptische Kirche unter: „www.wikipedia.org/Damian_koptischer Bischof“ und: /www.koptisches-kloster-brenkhausen.com/


Die Koptisch-Orthodoxe Kirche

Die Koptisch-Orthodoxe Kirche führt ihre Gründung auf den Apostel und Evangelisten Markus selbst zurück. Sie sei damit die älteste christliche Kirche, denn der Apostel, gestorben um 68 n.Chr., habe Ägypten missioniert. Die koptische Kirche gehört der byzantinisch-griechischen Orthodoxie an mit dem Patriarchat in Alexandrien. Leider besteht keine eucharistische Einheit zwischen uns Katholiken und der koptischen Kirche. Offiziell vollzogen wurde die Trennung im Jahr 1054 durch das sog. „Große Schisma“, als Humbert de Silva Candida, der Gesandte Papst Leos IX., und Patriarch Michael I. von Konstantinopel sich nach gescheiterten Unionsverhandlungen gegenseitig exkommunizierten. Diese Exkommunikation ist inzwischen bedeutungslos! Vorausgegangen waren jedoch schon über die Jahrhunderte hinweg andauernde Entfremdungsprozesse. Allerdings gab es im Jahr 451 beim Konzil von Chalcedon, heute ein Stadtteil Istanbuls, den ersten theologischen Bruch zwischen einigen orthodoxen und lateinischen Theologen. Das Konzil verständigte sich auf die sog. Zwei-Naturenlehre Christi. Das heißt: er ist sowohl Mensch als auch Gott. Dies konnten die Kopten damals so nicht akzeptieren. Hinzukam, dass später in der lateinischen Fassung des Großen Glaubensbekenntnis (vgl. Gotteslob 586,2) das Wort „filioque“ „hineingeschmuggelt“ wurde. Es geht um den Satz „Wir glauben an den Heiligen Geist, …-, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht. … „Mit dem Ausdruck „und dem Sohn …“ (filioque) sehen alle Orthodoxen die Gefahr, dass nicht mehr Gottvater allein der Ursprung der Gottheit des Heiligen Geistes ist. Heute ist man sich in der Theologie in dieser Thematik sehr nahe gekommen. Zur Entspannung und zu schon fast freundschaftlichem Umgang zwischen der Orthodoxie und der Römisch-Katholischen Kirche trugen nicht zuletzt die guten Kontakte der drei Päpste Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bei.

Für das abendländische Christentum ist die Reichhaltigkeit der wissenschaftlichen Arbeiten in Ägypten/ Alexandrien von Bedeutung, genauso wie das klösterliche Leben in der ägyptischen Wüste. Dies hatte seinen Einfluss auch auf Benedikt von Nursia, dem Gründer des Benediktinerordens bzw. letztendlich des gesamten mönchischen Lebens weltweit. Ägypten ist im Übrigen das griechische Wort für „Kopten“. Die Koptisch-Orthodoxe Kirche Deutschlands ist ordentliches Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ Deutschlands (ACK), außerdem sind die Orthodoxen Mitchrist/innen Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf.