Weltgebetstag-Gottesdienst in St. Albertus


Termin Details

  • Datum:
  • Veranstaltungsort: St. Albertus Oberesslingen
  • Anschrift: Hasenrainweg 40
  • PLZ, Ort: 73730, Esslingen
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„Zukunftsplan: Hoffnung“ 

zum Weltgebetstag aus England, Wales und Nordirland

Jedes Jahr kommt die Liturgie des Weltgebetstags aus einem anderen Land. Wir tauchen ein in eine andere Kultur und Lebenswahrnehmung und können darin unsere eigene Situation spiegeln und besser verstehen lernen. Im letzten Jahr z.B. kam die Liturgie des Weltgebetstags aus Vanuatu. Da mussten wir erst mal auf der Weltkarte suchen, bis wir dieses Land gefunden hatten. Wir lernten Lebensumstände kennen, die aus unserer Perspektive exotisch sind und staunten dann doch wieder, wie viel Verbindendes wir entdeckten. In diesem Jahr laden uns Frauen aus England, Wales und Nordirland zum Weltgebetstag ein. Also nichts Neues diesmal? Aber wie vertraut sind uns diese europäischen Nachbarregionen wirklich? Die politischen Nachrichten über Großbritannien der letzten Jahre waren dominiert von 2 Themen: Brexit und Corona. Aber davon abgesehen? Was bewegt die Frauen in England, Wales und Nordirland? Was wollen sie von ihrem Leben den Menschen rund um den Globus in ihrer Liturgie mitteilen? Das Schöne am Weltgebetstag ist ja, dass wir nicht über ein Land reden, sondern die Chance bekommen, mit den Augen der Gastgeberinnen auf ihr Land zu schauen. Ich freue mich sehr, unsere Nachbarinnen aus dieser Perspektive neu kennenzulernen, und bin gespannt, wie sich deutsche und britische Lebensverhältnisse und Wahrnehmungen gleichen oder unterscheiden.

Um korrekt zu sein darf ich „britisch“ eigentlich nicht schreiben, denn schließlich fehlt Schottland in der Reihe der Gastgeberinnen. Die Gründe dafür liegen nicht (zumindest nicht in erster Linie) in den aktuellen Autonomiebestrebungen Schottlands, sondern in der Geschichte des Weltgebetstages (WGT) in Großbritannien. Es war nämlich eine Schottin, die die Idee des WGT 1928 auf die britischen Inseln brachte. So wurde in Schottland das erste WGT-Komitee gegründet und 1930 der erste WGT-Gottesdienst gefeiert. Wenige Jahre später griffen dann auch England, Wales und Nordirland die WGT-Idee auf. Um sich die weiten Wege nach Schottland zu ersparen, gründeten die Frauen aus diesen Regionen damals ein eigenes Komitee, und das ist bis heute so geblieben. Freilich, dass die beiden Komitees die Ausrichtung des WGT nicht als Anlass nahmen, sich zusammenzuschließen, zeigt schon, dass Eigenständigkeit und Zusammenhalt der Landesteile ein spannendes, stets präsentes Thema in Großbritannien sind.

„Zukunftsplan: Hoffnung“, so lautet der Titel des diesjährigen Gottesdienstes. In diesen Zeiten, während sich wegen Corona eigentlich gar nichts richtig planen lässt, und der Blick in die Zukunft wegen Klimakrise und politischer Entwicklungen oft mit Angst besetzt ist, ist Zukunftsplanung eine Herausforderung. Die Versuchung ist groß, den Kopf in den Sand zu stecken und einfach gar nicht über die Zukunft nachzudenken. Der Bibeltext aus Jeremia 29 ermutigt uns, auf Gottes Zusage zu vertrauen, und Gegenwart und Zukunft hoffnungsvoll zu gestalten.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst.