24.03.2020 Corona erfordert Maßnahmen, auch bei der Kirche. Aber eines bleibt: wir sind da.

Corona erfordert einschneidende Maßnahmen, auch bei der Kirche. Aber eines bleibt: wir sind da.

Ja, auch wir übernehmen unseren Teil der gemeinsamen Verantwortung in unserer Gesellschaft, die Ausbreitung des Corona- Virus zu erschweren und Infektionen zu vermeiden:

  • Alle Gottesdienste entfallen, mindestens bis 19. April, evtl. auch länger, je nach den Vorschriften der Regierung. Das betrifft die Sonntagsgottesdienste, aber auch Andachten, Werktagsgottesdienste und die Gottesdienste in der Karwoche und in den Ostertagen.
  • Taufen und Trauungen müssen wir verschieben, sie dürfen bis 15. Juni nicht gefeiert werden.
  • Beerdigungen finden statt, aber nur im Freien und möglichst nur im kleinen Kreis. Wenn gewünscht, feiern wir gerne nach Ende der Corona- Krise einen Trauergottesdienst mit den Angehörigen.
  • Die Erstkommuniongottesdienste in unseren Gemeinden müssen ebenfalls entfallen. Sie werden nach den Sommerferien nachgeholt.
  • Auch alle anderen Veranstaltungen in den Kirchen und Gemeindehäusern werden bis 15. Juni abgesagt. Das gilt für Angebote für Kinder und Jugendliche ebenso wie für den Seniorentreff, die Chöre und Bands und Angebote der Bildungsarbeit. Auch Veranstaltungen, für die wir unsere Gemeindehäuser vermietet haben, müssen wir absagen.
  • Unsere neugewählten Kirchengemeinderäte können erst nach dem 15. Juni mit ihrer Arbeit beginnen. Bis dahin arbeitet der bisherige KGR geschäftsführend weiter. Entscheidungen müssen bei Bedarf per E-Mail- Abstimmung getroffen werden.

Doch das heißt nicht, dass Kirche nicht mehr stattfindet!

  • Wir Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen zum Gespräch zur Verfügung, gerne (und infektionssicher) per Telefon. Sie erreichen uns auch per Mail, alle Kontaktdaten finden Sie hier in der Homepage. Natürlich kommen wir wie bisher im Notfall zu Schwerkranken und Sterbenden zum Besuch.
  • Die Kirchen stehen weiterhin für Ihren persönlichen Besuch offen als Orte der Ruhe, der Besinnung und des Gebets. Auch werden Sie dort in den nächsten Tagen immer wieder Seelsorgerinnen und Seelsorger antreffen. Bitte beachten Sie aber, dass das Begegnungsverbot für mehr als zwei Personen auch in den Kirchen gilt!
  • Täglich um 19.30 Uhr läuten die Kirchenglocken aller Esslinger Kirchen. In ökumenischer Verbundenheit sind wir eingeladen, dann alle füreinander und für die Mitmenschen zu beten, z.B. das Vater Unser
  • Wir werden für die Sonn- und Festtage Texte, Impulse und Gebetsvorschläge zur Verfügung stellen (auf der Homepage und in den Kirchen), die zum persönlichen Begehen dieser Tage einladen. Vor 10.30 Uhr läuten die Glocken und laden ein, um diese Zeit eine häusliche Andacht zu halten und zu beten. Im Fernsehen oder Internet (Livestream aus dem Dom unserer Diözese unter drs.de ) gibt es gute Gottesdienstübertragungen.
  • In Esslingen wird weiterhin die Eucharistie für Stadt und Gemeinden gefeiert: Wir Priester werden an diesen Tagen im privaten Kreis die Heilige Messe feiern und dabei die ganze Gemeinde ins Gebet einschließen. Gerne dürfen Sie uns persönliche Anliegen, die wir ins Gebet nehmen sollen, dafür mitteilen. Die Sonntagsmesse von Pfr. Möhler können Sie als Podcast auf unserer Homepage hören und auf diesem Weg mitfeiern.
  • „Kirche im Nahbereich“ ereignet sich überall dort, wo Menschen in der Nachbarschaft in diesen Tagen nacheinander schauen und Hilfe anbieten – sei es bei der Kinderbetreuung, beim Einkauf für Senioren oder einfach mit der aufmunternden Nachfrage am Telefon wie es geht. Täglich von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr steht ein Mitglied unseres Seelsorgerteams am Telefon zur Verfügung unter der Nummer 0711 39 69 19 16.

Viele gewohnte Abläufe finden in diesen Tagen nicht mehr statt, die Unklarheit der Entwicklung schafft Ängste und Unsicherheit. Wir dürfen hoffen, dass diese Zeit bald zu Ende geht. Aber es kann auch eine Zeit sein, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig oder unwichtig ist in unserem Leben, worin wir Halt finden, auch wenn Gewohnheiten wegbrechen. Wir dürfen uns ja in allen Höhen und Tiefen in Gottes Hand wissen. Auch in den kommenden Tagen! So kann diese Zeit auch eine Fastenzeit im ursprünglichen Sinn sein: Eine Zeit, die uns Gott und uns selbst wieder näherbringt. Und uns erkennen lässt, was uns wirklich trägt.

Pfarrer Stefan Möhler